Der 3D-Nachdruck des jüdischen Grabsteins von 1400 wurde am Donnerstag, 20. M?rz 2025, enthüllt.Mia Rademacher/Universit?t Bamberg

Der 3D-Nachdruck des jüdischen Grabsteins von 1400 wurde am Donnerstag, 20. M?rz 2025, enthüllt.

Bei der Enthüllung des Nachdrucks waren dabei (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Andreas Starke als Vertreter des Universit?tsbundes, Godehard Ruppert, ehemaliger Pr?sident der Universit?t Bamberg, Judaistin Susanne Talabardon, Universit?tspr?sident Kai Fischbach, Regierungspr?sident von Oberfranken Florian Luderschmid als Vertreter der Oberfrankenstiftung, Restaurierungswissenschaftler Rainer Drewello sowie Ulf Schmitt, ebenfalls Vertreter des Universit?tsbundes.Mia Rademacher/Universit?t Bamberg

Bei der Enthüllung des Nachdrucks waren dabei (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Andreas Starke als Vertreter des Universit?tsbundes, Godehard Ruppert, ehemaliger Pr?sident der Universit?t Bamberg, Judaistin Susanne Talabardon, Universit?tspr?sident Kai Fischbach, Regierungspr?sident von Oberfranken Florian Luderschmid als Vertreter der Oberfrankenstiftung, Restaurierungswissenschaftler Rainer Drewello sowie Ulf Schmitt, ebenfalls Vertreter des Universit?tsbundes.

Nachdruck eines jüdischen Grabsteins enthüllt

Der 3D-Druck ist jetzt als Erinnerung und Mahnmal in der AULA der Universit?t Bamberg zu finden

Die Erbauung der ehemaligen Dominikanerkirche, die der Otto-Friedrich-Universit?t Bamberg heute als AULA dient, geht auf das Jahr 1401 zurück. Sie ist damit die ?lteste Hallenkirche Bayerns und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Am Donnerstag, 20. M?rz 2025, wurde in ihr ein Mahnmal für den verantwortungsvollen Umgang mit Kulturgütern und die Achtung vor religi?sen Traditionen gesetzt: Der 3D-Nachdruck eines jüdischen Grabsteins von 1400 wurde feierlich enthüllt. Das Original wurde 2015 w?hrend Sanierungsarbeiten am Geb?ude entdeckt.

Zeichen der Erinnerung und Mahnung

?Der Fund war für mich so erfreulich wie erschreckend“, sagt Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, zum Zeitpunkt der Renovierungsarbeiten amtierender Pr?sident der Universit?t Bamberg. ?Ein Fund aus dem Jahr 1400 noch dazu mit einer so eindrucksstarken Inschrift ist die eine Seite, die andere ist die Ignoranz gegenüber einer Religionsgemeinschaft, ein solches Dokument als Baumaterial zu verwerten. Deshalb war mir wichtig, zum einen den Grabstein wieder auf einem jüdischen Friedhof zu wissen, aber auch, ein Zeichen zu setzen. Ich wollte den Grabstein in Originalgr??e reproduziert haben, um eine Anmutung an das Original zu erm?glichen und an der Fundst?tte ein Zeichen der Erinnerung und zugleich ein Zeichen der Mahnung zu setzen.“

?Die Bamberger Altstadt ist so reich an Geschichte, dass man kaum einen Stein bewegen kann, ohne dabei ein historisch bedeutsames Artefakt zutage zu f?rdern“, sagt Prof. Dr. Kai Fischbach, amtierender Pr?sident der Universit?t Bamberg. ?Mit der interdisziplin?ren Arbeit des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) ist es nicht nur m?glich, solche Funde zu bergen, sondern auch ihre soziale, kulturelle und historische Bedeutung für Bamberg und unsere Gesellschaft zu erfassen. Meinem Amtsvorg?nger Godehard Ruppert und dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen, allen voran der Professorin für Judaistik, Susanne Talabardon, und Professor Rainer Drewello vom KDWT, verdanken wir es, dass dieser Grabstein so umfassend wissenschaftlich untersucht und stadtgeschichtlich eingeordnet werden konnte.“

Grabsteinfunde bei Sanierungsarbeiten

1999 wurde die ehemalige Dominikanerkirche der Universit?t in stark sanierungsbedürftigem Zustand übertragen und anschlie?end umfassend renoviert. Die Sanierungsarbeiten dienten nicht nur der Modernisierung des einzigartigen Bamberger Kulturdenkmals. Parallel untersuchten Forschende die Geschichte des einstigen Gotteshauses. Sogenannte Rettungsgrabungen zur Dokumentation der Bodendenkmalsubstanz in den Seitenschiffen und dem Chor brachten zum Beispiel zahlreiche arch?ologische Befunde wie Auffüll- und Planierschichten, Fu?bodenreste und Gr?ber ans Tageslicht.

Eine besondere ?berraschung lieferte die Bausubstanz zweier Grüfte, die am Eingang des Chores liegen. Aus dem westlichen Grab konnten zwei Fragmente jüdischer Grabsteine geborgen werden. Im süd?stlich gelegenen zweiten Grab fand sich ein Grabstein mit hebr?ischen Schriftzeichen aus dem Jahr 1400. Der 70 x 55 cm gro?e Stein war mit der Inschrift nach au?en in die Seitenwand des Grabes eingebaut worden. Die jüdischen Grabsteine wurden offenbar als Baumaterial für die erst sp?ter entstandenen Gr?ber der Gruft verwendet.

Der Fund ist aus mehreren Gründen besonders: ?Jüdische Gemeinden achten bis heute darauf, dass St?rungen der Totenruhe vermieden werden“, erl?utert Judaistin Prof. Dr. Susanne Talabardon. Die Funde zeigen, dass diese Bemühungen eine Plünderung der Grabst?tten nicht immer verhindern konnten. ?Zumindest für Bamberg ist ein solcher Fund bislang einzigartig“, stellt Talabardon fest. Der Grabstein wurde zudem als Ganzes verbaut und die Grabinschrift ist vollst?ndig lesbar. Stadtgeschichtlich gibt der Fund vor allem darüber Aufschluss, dass der jüdische Friedhof am Nordende des Sandgebiets offenbar bereits vor seiner Ersterw?hnung 1407 genutzt wurde.

Weitere Informationen zum Nachdruck des jüdischen Grabsteins unter: /universitaet/profil/geschichte-und-tradition/3d-grabstein/ 

Bild “Jüdischer Grabstein(1.5 MB)”: Der 3D-Nachdruck des jüdischen Grabsteins von 1400 wurde am Donnerstag, 20. M?rz 2025, enthüllt.
Quelle: Mia Rademacher/Universit?t Bamberg

Bild “Enthüllung(803.6 KB)”: Bei der Enthüllung des Nachdrucks waren dabei (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Andreas Starke als Vertreter des Universit?tsbundes, Godehard Ruppert, ehemaliger Pr?sident der Universit?t Bamberg, Judaistin Susanne Talabardon, Universit?tspr?sident Kai Fischbach, Regierungspr?sident von Oberfranken Florian Luderschmid als Vertreter der Oberfrankenstiftung, Restaurierungswissenschaftler Rainer Drewello sowie Ulf Schmitt, ebenfalls Vertreter des Universit?tsbundes.
Quelle: Mia Rademacher/Universit?t Bamberg

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